Der Übergang zur Elektromobilität beschleunigt sich auch bei den luxemburgischen Unternehmen. Das liegt auch an den vorteilhaften Bedingungen mit Blick auf E-Mobilität, sowohl beim Kauf von Fahrzeugen als auch bei der Installation der Ladeinfrastruktur. Der Staat unterstützt insbesondere KMU, indem er einen Teil der mit dieser Transformation verbundenen Kosten übernimmt. Diese Maßnahmen ermutigen Arbeitgeber, eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Mobilität zu spielen und zum nationalen Ziel von 49 % Elektroautos bis 2030 beizutragen.

CO2-Fußabdruck reduzieren, ohne auf Komfort zu verzichten

Die Förderung der Elektromobilität in Ihrem Unternehmen kann erfolgen durch:

  • die Installation einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz Ihres Unternehmens;
  • die Anschaffung von Elektrofahrzeugen: PKWs, Nutzfahrzeuge, LKWs, Transporter, Bagger, Gabelstapler, Betonmischer, Krane usw.;
  • die Förderung einer aktiven und CO₂-freien Mobilität Ihrer Mitarbeiter.

Ladeinfrastruktur

Eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Unternehmen ist ein Netzwerk intelligenter Ladestationen, die Fahrzeuge sicher und optimiert mit Strom versorgen, wobei der Verbrauch zentral überwacht wird und mehrere Fahrzeuge gleichzeitig verwaltet werden können.

Die Installation von Ladestationen für Elektrofahrzeuge (einzeln oder als Teil einer Infrastruktur) muss den Vorschriften entsprechen und dem Netzbetreiber gemeldet werden. Sie wird an das Stromnetz des Gebäudes angeschlossen. In Luxemburg erfolgt dies meist mit Wechselstrom (AC), auch wenn einige Schnellladestationen Gleichstrom (DC) verwenden. Jede Ladestation enthält einen Wechselrichter und ein Sicherheitssystem. Letzteres passt Spannung und Stromstärke an, damit die Fahrzeugbatterie die richtige Ladung erhält. Müssen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden, verteilt die Ladestation oder eine zentrale Software die verfügbare Leistung, um eine Überlastung der Anlage zu vermeiden.

In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage ermöglichen die Ladestationen es dem Unternehmen, einen Teil des vor Ort erzeugten Stroms direkt zum Aufladen seiner Fahrzeuge oder der Fahrzeuge seiner Mitarbeiter zu nutzen. Ein intelligent gesteuertes Ladesystem erlaubt es zudem, die Ladeleistung oder die Ladezeiten an die Zeiten der Solarstromerzeugung anzupassen, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Entnahme aus dem Netz zu begrenzen.

Wenn ein Energiemanagementsystem zusätzlich mit einer Batterie kombiniert wird, kann das Unternehmen den tagsüber erzeugten Stromüberschuss speichern, um ihn später zu nutzen, insbesondere bei Verbrauchsspitzen oder wenn die Solarstromproduktion nicht ausreicht.

Schließlich ermöglicht ein Solar-Carport die Kombination der Erzeugung von Photovoltaik-Energie mit der Bereitstellung einer Ladeinfrastruktur für Dienst- und Privatfahrzeuge. Er bietet zudem den Vorteil, dass die Autos auf dem Firmenparkplatz geschützt stehen.

Elektro-Nutzfahrzeuge

Bei leichten Nutzfahrzeugen kann der Elektroantrieb bereits heute wirtschaftlich vorteilhafter sein als Verbrenner- oder Hybridmodelle. Konkret können die Gesamtbetriebskosten (TCO), also die Summe aller Kosten für Anschaffung, Nutzung und Wartung des Fahrzeugs über seine gesamte Lebensdauer, dank geringerer Wartungskosten und allgemein niedrigerer Energiekosten im Vergleich zu fossilen Brennstoffen niedriger ausfallen.

Der Übergang zur Elektromobilität ist eine langfristige strategische Investition. In Luxemburg können KMU eine staatliche Förderung von bis zu 50 % der Kosten für Ladestationen und bis zu 60 % der Kosten für den Anschluss an das Stromnetz in Anspruch nehmen.

Das Angebot für Elektro-Lieferwagen und -Lkw wird ebenfalls erweitert: Die Klima Agence listet nun auf dem Markt verfügbare leichte und schwere Nutzfahrzeuge auf, wobei die Reichweite bei einigen Nutzfahrzeugen bis zu 400 km betragen kann.

Für das Aufladen unterwegs ermöglicht das Tool „ChargeCheck“ der Klima Agence zudem einen einfachen und transparenten Vergleich der Tarife öffentlicher Ladestationen in Luxemburg und den Nachbarregionen.

Wenn Sie beruflich regelmäßig auf Baustellen unterwegs sind, finden Sie hier die entsprechenden Tipps der Klima Agence zu diesem Thema.

Aktive und CO₂-freie Mobilität

Um in Ihrem Unternehmen nachhaltige Prozesse einzuführen und die Mobilitätspraktiken zu verbessern, nutzen Sie mConcept, ein vom Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten entwickeltes Tool für nachhaltiges Management. Dieses Tool analysiert die Wege Ihrer Mitarbeiter, die Mobilitätspolitik und die bereits umgesetzten Maßnahmen, um einen maßgeschneiderten Aktionsplan zu erstellen.

Auf der Website von mConcept finden Sie auch mehrere konkrete Maßnahmen, die bereits Ergebnisse erzielen können.

Elektromobilität: Welche Chancen bieten sich für mein Unternehmen?

Für Handwerksbetriebe bedeutet die Umstellung auf Elektrofahrzeuge sowohl die Auswahl geeigneter Fahrzeuge als auch die Einrichtung einer Ladelösung, die den Nutzungsgewohnheiten entspricht.

Dieser Übergang bietet den doppelten Vorteil, die mit dem Fuhrpark verbundenen Kosten zu senken und den CO₂-Fußabdruck zu verringern. Denn Elektromobilität:

  • fördert eine geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern mit ihren schwankenden Preisen;
  • sorgt für geringere Wartungskosten, insbesondere dank des Wegfalls von Ölwechseln und einer geringeren Anzahl von Verschleißteilen ;
  • hilft, die CO₂-Steuer zu vermeiden;
  • verursacht weniger Luftverschmutzung und Lärmbelästigung.

 

Aktionsplan für ein erfolgreiches Elektromobilitätsprojekt

Wenden Sie sich an die Chambre des Métiers, ehe Sie Schritte in Sachen Elektromobilität einleiten. Möglicherweise haben Sie Anspruch auf staatliche Fördermittel, die unbedingt beantragt werden müssen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten.

  1. Bestandsaufnahme und Voranalyse
  • Analyse des Mobilitäts- und Ladebedarfs:
    • Voraussichtliche Anzahl der Elektrofahrzeuge;
    • typische Parkdauer und Reichweite in Kilometern;
    • Parkverhalten;
    • bestehende Elektroinstallation durch ein qualifiziertes Unternehmen überprüfen lassen. Dies unter anderem mit Blick auf verfügbare elektrische Leistung, technische und normative Anforderungen an den Brandschutz, Einschätzung des Umfangs der erforderlichen Arbeiten.
  1. Einholung von Angeboten
  • Prüfung der technischen Machbarkeit des Projekts im Hinblick auf die Einholung von Angeboten (für Fahrzeuge und Ladestationen).
  • Einreichung eines Antrags auf Installation der Ladeinfrastruktur beim Netzbetreiber, der die Verfügbarkeit der erforderlichen Leistung an Ihrem Netzanschluss prüft.
  • Test der Fahrzeuge vor der Auswahl (insbesondere von Transportern, Lkw, Bussen usw.), um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen des Unternehmens entsprechen.
  1. Bewertung der Amortisierung

Die Amortisationsdauer ist der Zeitraum, der erforderlich ist, in dem die Energieeinsparungen die Anschaffungskosten ausgleichen.

Formel: Amortisationszeit (Jahre) = Anschaffungskosten / Jährliche Einsparungen

Der Return on Investment (ROI) misst die Rentabilität eines Projekts, indem er die erzielten Gewinne mit den Anschaffungskosten vergleicht.

Formel: ROI (%) = [(Nettogewinn – Anschaffungskosten) / Anschaffungskosten] × 100

  1. Beantragung von Fördermitteln und Finanzierungen

Ermittlung der in Frage kommenden Fördermittel. Entsprechende Anträge müssen Sie unbedingt stellen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten.

  1. Planung, Installation und Inbetriebnahme
  • Detaillierte Planung und Einholung der Genehmigungen für die Beschaffung der Fahrzeuge sowie für die Installation und den Bau der Anlage.
  • Erstellung eines Projektzeitplans sowie Planung der Arbeiten und Maßnahmen.
  • Planung der Inbetriebnahmephase, um die notwendigen Anpassungen und Systemeinstellungen vorzunehmen und die entsprechende Logistik zu organisieren.
  • Schulung des Teams und Erläuterung der neuen Arbeitsabläufe und Sicherheitsmaßnahmen.
  1. Überwachung und Wartung
  • Der Netzbetreiber führt Netzanschlussprüfungen durch, um sicherzustellen, dass die normativen Anforderungen und die verfügbare Leistung eingehalten werden.
  • Eine regelmäßige Überwachung der Ladestationen und der Elektrofahrzeuge ermöglicht es, deren ordnungsgemäße Funktion zu kontrollieren, die Ladepraktiken zu optimieren und die Nutzung der Flotte an die Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen.

Beispiele luxemburgischer Betriebe, die sich für E-Mobilität entschieden haben

Steffen Holzbau: Jedes Elektrofahrzeug bringt eine jährliche Einsparung von 2.000 Euro

Entdecken Sie diese Fallstudie auf der Website des Programms „Klimapakt fir Betriber“

DHL Express ersetzt alle seine Lieferwagen mit Verbrennungsmotor durch Elektro-Lieferwagen

Entdecken Sie diese Fallstudie auf der Website des Programms „Klimapakt fir Betriber“

Welche Fördermittel stehen mir für die Installation einer Ladeinfrastruktur zur Verfügung?

Der luxemburgische Staat bietet finanzielle Förderungen an, um die Installation von Ladeinfrastrukturen zu fördern.

Entdecken Sie auch unsere Broschüre mit den staatlichen Fördermitteln für die Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen.

Unterstützung beim Einstieg

In Luxemburg gibt es mehrere Instrumente und Anlaufstellen, die Unternehmen bei der Dekarbonisierung sowie der Finanzierung von Projekten, der Anschaffung von Ausrüstung oder bei Energieaudits unterstützen.

Die Chambre des Métiers kann Ihnen eine Orientierung in folgende Richtungen geben:

  • Fördermittel für die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, insbesondere über das „Klimaprogramm Handwierk“, eine Initiative der Chambre des Métiers (Partner des Programms „Klima Pakt fir Betriber“), die allgemeine Informationen zur Dekarbonisierung von Unternehmen bereitstellt;
  • Programme für technische Beratung und Audits (Experten und Berater);
  • Schulungen und Informationsveranstaltungen für Ihr Team.

Neben den angebotenen Fördermitteln hat die Klima Agence ein Online-Tool entwickelt, mit dem sowohl Gewerbetreibende als auch Privatpersonen Ladestationen und Managementsysteme in Luxemburg vergleichen können.

Die Webanwendung Pro-Charging bringt Personen oder Organisationen, die über Flächen verfügen, mit Investoren zusammen, die Ladeinfrastrukturen installieren möchten.

Die Initiative „Stroum beweegt – Elektresch an d’Zukunft“ wurde ins Leben gerufen, um die Elektrifizierung der Mobilität und des Verkehrs im Land zu fördern. Diese von der Klima Agence unterstützte interministerielle Arbeitsgruppe bringt verschiedene Experten der Branche zusammen und stellt sowohl öffentliche Initiativen als auch private Projekte vor. Jeder Experte kann eine entsprechende Erklärung unterzeichnen, um „die Entwicklung des Marktes für Elektromobilität aktiv zu unterstützen und voranzutreiben“.

Über das vom KlimaPakt fir Betriber bereitgestellte Online-Tool können Sie sich über die bestehenden Maßnahmen informieren (wählen Sie in der linken Spalte „Handwerk“ und „Mobilität und Verkehr“ aus). Sie können sich auch von den zur Verfügung gestellten Fallbeispielen inspirieren lassen.

Luxinnovation begleitet Unternehmen im Rahmen der Investitionsförderung für den Umweltschutz sowie bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Entdecken Sie auch die von Luxinnovation entwickelte Übersicht über Akteure im Bereich Nachhaltigkeit: eine Übersicht des luxemburgischen Ökosystems für Nachhaltigkeitsförderer.

Der Service eHandwierk und die Berater der Chambre des Métiers [CDM – Sustainable Handwierk Home / Link] stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung, um sie über die für Sie am besten geeigneten Maßnahmen zu informieren.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen

Die Elektromobilität spielt eine Schlüsselrolle beim Übergang zu einer nachhaltigen Mobilität und bei der Dekarbonisierung des Verkehrssektors. In Luxemburg sieht der Nationale Energie- und Klimaplan (PNEC) vor, dass bis 2030 49 % des Fahrzeugbestands elektrifiziert sein sollen.

Trotz dieser Dynamik sehen sich Handwerksbetriebe nach wie vor mit Herausforderungen konfrontiert. Die Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge sind nach wie vor hoch, auch wenn die Betriebskosten langfristig geringer sind. Die Batterietechnologie stellt eine weitere Herausforderung dar: Preis, Gewicht und begrenzte Reichweite können bestimmte gewerbliche Einsatzmöglichkeiten einschränken; zudem wirft das Recycling noch immer ökologische Fragen auf. Die stetigen Fortschritte im Bereich der Innovation lassen jedoch eine positive Entwicklung in den kommenden Jahren erwarten.

Auf regulatorischer Ebene ist es für Gewerbetreibende unerlässlich, steuerliche Anreize und Fördermaßnahmen zur Unterstützung der Energiewende im Auge zu behalten. Darüber hinaus wird das geplante europäische Verbot des Verkaufs neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035 diesen Trend hin zu saubereren und leistungsfähigeren Lösungen bestätigen.