Machen Sie Wind zur Energiequelle für Ihr Unternehmen
Windenergie ermöglicht es Ihnen, die Energieautarkie Ihres Unternehmens zu stärken und zum Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energieversorgung beizutragen. Darüber hinaus stellt sie eine interessante Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energiequellen dar, insbesondere zur Photovoltaik.
Diese Lösung eignet sich besonders für Unternehmen mit hohem Stromverbrauch in ländlichen oder stadtnahen Gebieten, wie Produktionsstätten, Bäckereien und Fertigungsbetriebe.
Um letztendlich eine zufriedenstellende energetische und wirtschaftliche Produktivität zu erreichen, muss die Anlage eine bestimmte Höhe und Leistung aufweisen, was in der Regel mit höheren Investitionen verbunden ist. Die Beteiligung an Windparks, möglicherweise auf regionaler Ebene, stellt in diesem Zusammenhang oft eine interessante Alternative für KMU dar.
Windenergie: Einsatzmöglichkeiten, Vorteile und Grenzen
Windenergie basiert auf dem einfachen Prinzip, die Energie des Windes mithilfe von Rotorblättern, die mit einem Generator verbunden sind, in mechanische Energie umzuwandeln. Diese wird dann wiederum in elektrische Energie umgewandelt. Es gibt verschiedene Arten von Windkraftanlagen, wobei horizontale Windkraftanlagen am weitesten verbreitet sind.
Windenergie hat den Vorteil, dass sie eine erneuerbare und lokale Energiequelle ist. Es handelt sich um eine ausgereifte und bewährte Technologie, deren Lebensdauer mindestens 20 Jahre betragen kann. Durch den Eigenverbrauch ermöglicht sie eine Verringerung der Netzabhängigkeit und schützt vor Schwankungen der Strompreise.
Die größte Einschränkung der Windenergie ist ihre Abhängigkeit vom Wind: Die Stromerzeugung hängt von der Windgeschwindigkeit und der Regelmäßigkeit der Windströmungen ab und erfordert einen Standort mit günstiger Windausrichtung.
Die folgende Tabelle zeigt die jährliche Stromerzeugung kleiner und mittlerer Windkraftanlagen in Abhängigkeit von der elektrischen Leistung, der Höhe der Windkraftanlage sowie der durchschnittlichen jährlichen Windgeschwindigkeit.
Tabelle siehe FR
Die Errichtung von Windkraftanlagen unterliegt strengen Vorschriften und kann mit landschaftlichen oder akustischen Einschränkungen einhergehen. In der Regel ist im Vorfeld des Projekts eine Prüfung der Umweltverträglichkeit erforderlich. Die Anfangsinvestition ist nach wie vor hoch, während die Kapitalrendite stark von den lokalen Windverhältnissen abhängt.
Windkraft und ihre verschiedenen Größenordnungen
Man unterscheidet mehrere Arten von Anlagen:
- Kleine Einzelwindkraftanlagen (einige kW bis ca. 30 kW), geeignet für Handwerksbetriebe, die über ein Grundstück oder einen Standort mit guter Windausrichtung verfügen. Sie erzeugen Strom, der direkt vom Betrieb verbraucht wird, und können in einigen Fällen mit Batterien gekoppelt werden, um den Eigenverbrauchsanteil weiter zu erhöhen.
- Windkraftanlagen mittlerer Leistung (30 bis 250 kW), die viel Platz und spezielle Genehmigungen erfordern. Sie werden selten von einem einzelnen Unternehmen installiert, können aber mehrere Gebäude oder ein Gewerbegebiet mit Strom versorgen.
- Große Windparks (mehrere MW), die in der Regel von spezialisierten Betreibern oder Projektentwicklern realisiert werden. Handwerker können sich daran in Form von Energiegenossenschaften oder Energiegemeinschaften beteiligen und so von lokalem Ökostrom profitieren, ohne die Investitionen oder die Auflagen für die Errichtung allein tragen zu müssen.
Die verschiedenen Nutzungsarten der Windenergie
- Eigenverbrauch: Der von der Windkraftanlage erzeugte Strom wird direkt vom Unternehmen verbraucht, um dessen laufenden Bedarf (Beleuchtung, Elektroheizung, Maschinen usw.) zu decken.
- Eigenverbrauch mit Speicherung: Kopplung an eine Batterie, um die Produktion zu glätten und einen Teil des Bedarfs auch bei Windstille zu decken.
- Netzeinspeisung: Der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist und zu einem vertraglich festgelegten Tarif verkauft.
- Gemeinschaftliche Windkraft: Beteiligung an einer lokalen Windkraftgenossenschaft oder Energiegemeinschaft, die Produktion und Verbrauch mehrerer Verbraucher bündelt. Diese Genossenschaften vereinen mehrere Unternehmen und Bürger, die gemeinsam eine oder mehrere Windkraftanlagen finanzieren. Der erzeugte Strom wird anschließend geteilt oder zu einem Vorzugspreis abgerechnet.
Der gemeinschaftliche Ansatz ermöglicht es einem Handwerksbetrieb:
- die Entwicklung der Windenergie in Luxemburg aktiv zu unterstützen;
- von lokalem Ökostrom zu kontrollierten Kosten zu profitieren;
- zu einem gemeinsamen und verantwortungsvollen Engagement beizutragen, ohne das Projekt allein tragen zu müssen.
>> Informieren Sie sich auf der Website der Klima-Agence über die Maßnahme „Teilen des (durch Photovoltaikmodule) erzeugten Stroms im Unternehmen“.
>> Besuchen Sie die Website „we share energy.lu“ des Institut Luxembourgeois de Régulation (ILR)
Wo und unter welchen Bedingungen kann eine Windkraftanlage installiert werden?
Die Installation einer Windkraftanlage hängt stark vom Standort ab:
- Es muss ein ausreichendes Windpotenzial vorhanden sein (Windgeschwindigkeit und -konstanz, keine größeren Hindernisse);
- je nach Leistung der Anlage können Genehmigungen (Anschlussantrag, Umweltverträglichkeitsprüfung, Baugenehmigung) erforderlich sein, vor allem wenn die Leistung der Windkraftanlage über 800 W liegt ;
- die Nähe zu bewohnten oder geschützten Gebieten kann die Möglichkeiten einschränken.
In Luxemburg besteht das Windkraftpotenzial vor allem in Höhenlagen oder in offenen ländlichen Gebieten. Für ein Handwerksunternehmen in einem dicht bebauten Stadtgebiet ist es dagegen selten möglich, eine Windkraftanlage von nennenswerter Größe vor Ort zu errichten. Die Beteiligung an einer lokalen Genossenschaft oder Energiegemeinschaft ist hingegen eine realistische Alternative.
Warum ist Windenergie für meinen Betrieb interessant?
- Kosteneinsparungen und finanzielle Sicherheit: Stromerzeugung zu wettbewerbsfähigen und langfristig stabilen Preisen, wodurch die Abhängigkeit von Energiepreisen verringert wird.
- Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks: Eine Windkraftanlage erzeugt Strom ohne direkte CO₂-Emissionen.
- Verantwortungsbewusstes Engagement: Die Beteiligung an einer lokalen Windkraftgenossenschaft ermöglicht es, die erneuerbare Energieerzeugung zu unterstützen und gleichzeitig von grüner Energie zu profitieren.
Die wichtigsten Schritte zur Einführung von Windenergie im Unternehmen
Wenden Sie sich an die Chambre des Métiers, bevor Sie Schritte zur Initiierung eines Windkraftprojekts im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit unternehmen. Möglicherweise haben Sie Anspruch auf staatliche Fördermittel, die unbedingt beantragt werden müssen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten!
- Bestandsaufnahme und Vorstudie
- Einschätzung des Strombedarfs des Unternehmens und der Kosten.
- Ermittlung des Energieerzeugungspotenzials, insbesondere des Windpotenzials, oder Identifizierung von Windkraft-Energiegemeinschaftsprojekten, denen Sie beitreten können.
- Vorab-Machbarkeitsanalyse.
>> Über die nationale Energiedatenplattform Leneda können Sie Ihre Strom- und Gasdaten einsehen und analysieren.
- Bewertung der Anfangsinvestition oder der Teilnahmebedingungen für eine Energiegemeinschaft.
- Einholen von Angeboten
- Ermittlung der Lösung und Überprüfung der Machbarkeit des Projekts, um Angebotsanfragen bei den Anbietern zu stellen.
- Bewertung der Anforderungen und Wartungskosten.
Bewertung der Amortisierung
Die Amortisationsdauer ist der Zeitraum, der erforderlich ist, in dem die Energieeinsparungen die Anschaffungskosten ausgleichen.
- Formel: Amortisationszeit (Jahre) = Anschaffungskosten / Jährliche Einsparungen
Der Return on Investment (ROI) misst die Rentabilität eines Projekts, indem er die erzielten Gewinne mit den Anschaffungskosten vergleicht.
- Formel: ROI (%) = [(Nettogewinn – Anschaffungskosten) / Anschaffungskosten] × 100
- Beantragung von Fördermitteln und Finanzierungen
Ermittlung der in Frage kommenden Fördermittel. Entsprechende Anträge müssen Sie unbedingt stellen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten. - Planung, Umsetzung und Einstellungen
- Anfrage der Genehmigungen und der damit verbundenen Bedingungen für die Installation (wenden Sie sich an den Service Urbanisierung Ihrer Gemeinde, den Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) oder den Verteilernetzbetreiber (VNB), und erkundigen Sie sich gegebenenfalls bei der Umweltbehörde.
- Installation.
- Verträge (Anschlussvertrag – ÜNB/VNB, Einspeisevertrag – Versorger).
- Abnahme und Inbetriebnahme (Elektriker, VNB/ÜNB).
- Überwachung und Wartung
- Kontinuierliche Überwachung der Stromerzeugung und des Eigenverbrauchsanteils.
- Planung von Wartungsarbeiten, um die Produktion auf einem optimalen Niveau zu halten und die Effizienz langfristig zu optimieren.
Beispiele für den Einsatz von Windkraftanlagen
Welche Fördermittel stehen mir für die Installation einer Windkraftanlage zur Verfügung?
Der luxemburgische Staat bietet finanzielle Fördermittel an, um Unternehmen zu Investitionen in Windenergie und ganz allgemein in die Erzeugung erneuerbarer Energien zu ermutigen.
- Investitionsbeihilfe zum Umweltschutz
- Unternehmen, die sich an einem Windkraftprojekt beteiligen, können einen über 15 Jahre garantierten Einspeisetarif in Anspruch nehmen (Großherzogliche Verordnung vom 1August 2014 über die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen).
- Unternehmen, die ein Projekt zur ökologischen und energetischen Wende durchführen, können eine Steuervergünstigung in Anspruch nehmen, die sich nach den im Rahmen eines Projekts zur ökologischen und energetischen Wende getätigten Investitionen und Betriebsausgaben berechnet.
- Entdecken Sie auch unsere Broschüre mit den staatlichen Fördermitteln für die Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen.
Unterstützung beim Einstieg
In Luxemburg gibt es mehrere Instrumente und Anlaufstellen, die Unternehmen bei der Dekarbonisierung sowie der Finanzierung von Projekten, der Anschaffung von Ausrüstung oder bei Energieaudits unterstützen.
Die Chambre des Métiers kann Ihnen eine Orientierung in folgende Richtungen geben:
- Fördermittel für die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, insbesondere über das „Klimaprogramm Handwierk“, eine Initiative der Chambre des Métiers (Partner des Programms „Klima Pakt fir Betriber“), die allgemeine Informationen zur Dekarbonisierung von Unternehmen bereitstellt;
- Programme für technische Beratung und Audits (Experten und Berater);
- Schulungen und Informationsveranstaltungen für Ihr Team.
Über das vom „ KlimaPakt fir Betriber “ bereitgestellte Online-Tool können Sie die bestehenden Maßnahmen zur Unterstützung Ihres Unternehmens entdecken (kreuzen Sie „Handwerk“ in der linken Spalte an). Sie können sich auch von den zur Verfügung gestellten Fallbeispielen inspirieren lassen.
Luxinnovation begleitet Unternehmen im Rahmen der Investitionsförderung für den Umweltschutz sowie bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Entdecken Sie auch die von Luxinnovation entwickelte Übersicht über Akteure im Bereich Nachhaltigkeit: eine Übersicht des luxemburgischen Ökosystems für Nachhaltigkeitsförderer.
Der Service eHandwierk und die Berater der Chambre des Métiers [CDM – Sustainable Handwierk Home / Link] stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung, um sie über die für Sie am besten geeigneten Maßnahmen zu informieren.
Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen im Bereich der Windenergie
Der Ausbau der Windenergie stößt in Luxemburg aufgrund von regulatorischen und landschaftlichen Auflagen, der Erweiterung des Stromnetzes und der Bevölkerungsdichte weiterhin auf Hindernisse. Es gibt jedoch einen Erweiterungsplan und eine Reihe vorgesehener Projekte im Bereich der Windenergie, um die Ziele des Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplans (PNEC) zu erreichen.
Es ist anzumerken, dass für kleine Betriebe die technischen Fortschritte bei kleinen Windkraftanlagen (unter 30 kW) und Hybridmodellen (Windkraft + Solar + Speicherung) interessante Perspektiven eröffnen. Tatsächlich machen Innovationen im Bereich der Windkraftanlagen diese Technologie für KMU immer zugänglicher.
In Zukunft könnte die Beteiligung an (lokalen) Genossenschaften oder Energiegemeinschaften oder an Gemeinschaftsprojekten ein bevorzugter Weg für Handwerker sein, die sich an der Energiewende beteiligen und gleichzeitig von lokal erzeugtem Ökostrom profitieren möchten.