Bestimmte handwerkliche Tätigkeiten erfordern die Aufrechterhaltung einer niedrigen Temperatur, um beispielsweise den reibungslosen Ablauf bestimmter Prozesse oder die Konservierung von Lebensmitteln zu gewährleisten. Je nach Tätigkeit besteht die Herausforderung darin, das passende leistungsstarke und energieeffiziente Kühlsystem zu finden.
Kälteerzeugung: zwischen technischer Komplexität und Einsparpotenzialen
Kompressionskühlung: die am weitesten verbreitete Lösung
Die mechanische Kompressionskühlung (auch als elektrische Kompressionskühlung bezeichnet) ist die vorherrschende Technologie zur Kälteerzeugung in Handwerksbetrieben. Dazu zählen Bäckereien, Metzgereien, Brauereien, Schokoladenmanufakturen usw., die Kühlräume, Kühlvitrinen, Gefrierschränke, Kühlschränke und Klimaanlagen nutzen.
Diese Technologie funktioniert genauso wie unsere Haushaltskühlschränke: Man nutzt die Aggregatzustandsänderungen eines Kältemittels. Wenn es verdampft, nimmt es Wärme aus dem zu kühlenden Bereich auf und gibt diese dann außerhalb des Systems wieder ab, wenn es kondensiert.
Der Einsatz einer separaten Kondensatoreinheit, wenn möglich im Außenbereich, kann den akustischen Komfort und die Wärmeabfuhr verbessern. Dazu wird die Kondensatoreinheit, bestehend aus Kompressor, Kondensator und Ventilator, in einiger Entfernung vom zu kühlenden Bereich (wo sich der Verdampfer befindet) aufgestellt.
In großen Anlagen kommen auch Sorptionskältemaschinen zum Einsatz: Der Kompressor wird nicht mit Strom betrieben, sondern mit thermischer Energie wie Abwärme oder Sonnenwärme.
Nachhaltigere Lösungen
Heute gibt es Kältemittel, die weniger umweltschädlich sind als bestimmte traditionell verwendete Fluorkohlenwasserstoffe, insbesondere weil sie ein deutlich geringeres Treibhauspotenzial aufweisen. Auch wenn ihr Einsatz von den jeweiligen Anwendungen und bestimmten technischen Einschränkungen abhängt, insbesondere hinsichtlich der Entflammbarkeit, ist es möglich, Unternehmen schrittweise auf Kältemittel mit geringeren Umweltauswirkungen umzustellen.
Die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung ist ein weiterer interessanter Ansatz, um Kälte nachhaltiger zu erzeugen. Diese Art von Anlage ermöglicht es, gleichzeitig Strom, Wärme und Kälte aus derselben Energiequelle zu erzeugen. In Luxemburg bietet Kiowatt hierfür ein Beispiel: Der Standort nutzt die im Produktionsprozess entstehende Wärme optimal, insbesondere durch den Einsatz in Absorptionskältemaschinen. Dieser Ansatz ermöglicht eine effizientere Nutzung der verfügbaren Energie und reduziert den Verbrauch fossiler Brennstoffe.
Zentrale Kälteerzeugung
Wenn an einem Standort mehrere Kältepunkte versorgt werden müssen (z. B. ein Kühlraum, eine Kühlvitrine und eine Schnellkühlzelle), kann ein einziges Kälteerzeugungssystem eingesetzt werden, das mehrere Anwendungen gleichzeitig versorgt. So wird die Vielzahl unabhängiger Kälteanlagen vermieden, was insbesondere folgende Vorteile bietet:
- eine höhere Energieeffizienz;
- weniger Lärm und Wärmeentwicklung.
Welche konkreten Ansätze gibt es, den Verbrauch zu senken?
Um den Energieverbrauch von Kälteanlagen zu senken, kann man sowohl bei den Geräten selbst als auch bei deren täglicher Nutzung ansetzen.
Anlagen und Installation:
- Verbessern Sie die Isolierung von Kühlräumen, um Wärmeverluste und einen übermäßigen Energieverbrauch zu vermeiden.
- Nutzen Sie die von den Kühlaggregaten abgegebene Wärme zur Erwärmung von Brauchwasser oder zur Beheizung von Räumen, je nach Größe der Anlage.
- Nutzen Sie CO₂-Booster-Technologie(Verwendung von Kohlendioxid als Kältemittel anstelle von R404A, dessen Verkauf ab 2030 verboten sein wird), um den Stromverbrauch um bis zu 20 % zu senken. Dadurch wird beim Abkühlen eine erhebliche Menge an Wärme zurückgewonnen und die Umweltbelastung verringert.
- Installieren Sie Luftvorhänge, um den Eintrag warmer Luft in Kühl- und Gefrierräume beim Öffnen der Türen zu begrenzen. Dies gilt beispielsweise in einer Metzgerei oder bei einem Feinkostgeschäft, wo Stromeinsparungen von bis zu 10 % möglich sind.
- Ersetzen Sie die einzelnen Kühlaggregate in Ihrer Bäckerei/Konditorei oder einer Metzgerei durch ein einziges Aggregat mit drehzahlgeregeltem Kompressor: potenzielle Energieeinsparung von ca. 15 %.
- Stellen Sie die Kondensatoreinheit vorzugsweise im Freien im Schatten bzw. im Innenbereich in einem kühlen und gut belüfteten Raum aufstellen.
Nutzung und Wartung:
- Gruppieren bzw. sortieren Sie Produkte nach ihrem Kühlbedarf und passen Sie die Temperatur entsprechend an.
- Reinigen, warten und enteisen Sie die Kühlaggregate regelmäßig.
- die Öffnungsdauer der Türen von Kühlräumen und Kühlvitrinen begrenzen.
- den Zustand der Dichtungen und die Dichtheit der Anlagen überprüfen, um Kälteverluste zu vermeiden.
Der Lebensmittelsektor im Mittelpunkt
Von den Handwerksbetrieben, die am meisten Kälte erzeugen, stammen die meisten aus dem Lebensmittelsektor: Metzgereien, Bäckereien, Eisdielen usw. betroffen sind:
- Kühlräume, die Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, insbesondere aufgrund des Wechsels zwischen dem Öffnen und Schließen der Türen;
- Kühlzellen, die kompakter als Kühlräume sind und zur Lagerung oder Verarbeitung von Produkten bei kontrollierter Temperatur dienen;
- Kühlmöbel der neuen Generation, die geschlossen, isoliert und mit effizienteren Ventilatoren als ihre Vorgänger ausgestattet sind sowie mit LED-Beleuchtung arbeiten und in Lebensmittelgeschäften eingesetzt werden;
- Kühlvitrinen zur Präsentation von Lebensmitteln im Verkaufsraum.
- Kühl- und Gefrierschränke.
Schließlich dient die Klimatisierung nicht nur dem Komfort bei Hitze. Für bestimmte Handwerksbetriebe ist sie unerlässlich, um die benötigte Produktions- oder Lagertemperatur aufrechtzuerhalten (Brauereien, Käsereien, Metzgereien/Fleischereien, Feinkostgeschäfte, Blumenläden usw.).
Gesetzesrahmen in Luxemburg
In Luxemburg müssen Betreiber von Klima-, Kühl- oder Wärmepumpenanlagen regelmäßige Dichtheitsprüfungen durchführen lassen. Darüber hinaus regeln Veröffentlichungen der Inspection du Travail et des Mines (ITM) den Betrieb von:
- Kälteanlagen, die mit Kohlendioxid betrieben werden
- Metallrohrleitungen für den Transport von Flüssigkeiten innerhalb eines Unternehmens
- Standortsfesten Druckbehälter, die mit Druckluft oder verflüssigten, komprimierten oder gelösten Gasen befüllt sind und die „CE“-Kennzeichnung tragen
Aktionsplan für ein optimales Kälteerzeugungssystem
Wenden Sie sich an die Chambre des Métiers, bevor Sie Schritte für Ihre Kälteerzeugungsprojekte im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit unternehmen. Sie könnten staatliche Beihilfen in Anspruch nehmen, die unbedingt beantragt werden müssen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten!
- Bestandsaufnahme und Voranalyse
- Analyse der Energiesituation und Bewertung des Zustands und des Alters der Anlage.
- Einschätzung des Kühlbedarfs.
- Einholung von Angeboten
- Beauftragung eines Fachmanns, um die gesamte Anlage je nach Bedarf zu verbessern und gegebenenfalls zu ersetzen.
- Findung einer Lösung, die den Anforderungen des Unternehmens entspricht.
- Prüfung der Möglichkeit, die Abwärme der Anlage zu nutzen (zur Beheizung des Gebäudes oder zur Warmwasserbereitung).
- Bewertung der Kapitalrendite
Legen Sie mit Hilfe eines Experten die ideale Lösung für die Kälteerzeugung und -verteilung fest.
- Beantragung von Fördermitteln und Finanzierungen
Ermittlung der in Frage kommenden Fördermittel. Entsprechende Anträge müssen Sie unbedingt stellen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten.
- Planung, Umsetzung und Systemeinstellungen
- Planung der Maßnahmen nach Bereichen und in kleinen Zeitfenstern, um den laufenden Betrieb nicht zu behindern.
- Umsetzung der erforderlichen Anpassungen und Systemeinstellungen bei Inbetriebnahme.
- Erläuterung der neuen Arbeitsabläufe für Ihr Team.
- Überwachung und Wartung
- Regelmäßige Überprüfung der Leistung des Systems und Schulung des Teams, um Anomalien und Verschwendung zu erkennen.
- Einführung einer Strategie zur kontinuierlichen Verbesserung, die sich an der Weiterentwicklung der Werkstatt orientiert.
Beispiele für luxemburgische Unternehmen, die sich für ein optimales Kälteerzeugungssystem entschieden haben
Welche Fördermittel stehen mir zur Verfügung, um mein Kälteerzeugungssystem zu verbessern?
Der luxemburgische Staat bietet finanzielle Fördermittel an, um Unternehmen bei der besseren Nutzung ihres Kälteerzeugungssystems zu unterstützen.
- Das Programm SME Packages – Sustainability bietet kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung und finanzielle Hilfe für nachhaltige Investitionen in Höhe von 3.000 € bis zu 25.000 € (ohne MwSt.).
- Investitionsbeihilfe zum Umweltschutz
- Unternehmen, die ein Projekt zur ökologischen und energetischen Wende durchführen, können eine Steuervergünstigung in Anspruch nehmen. Diese richtet sich nach den im Rahmen eines Projekts zur ökologischen und Energiewende getätigten Investitionen und Betriebsausgaben.
- Fit4 Sustainability oder Umweltstudie zur Durchführung einer technisch-wirtschaftlichen Analyse.
- Verschiedene Förderprogramme der Stromversorger, wie beispielsweise das Programm „enoprimes“, sind mit staatlichen Beihilfen kumulierbar.
- Luxinnovation begleitet Unternehmen im Rahmen der Investitionsförderung für den Umweltschutz sowie bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Entdecken Sie auch die von Luxinnovation entwickelte Übersicht über Akteure im Bereich Nachhaltigkeit: eine Übersicht des luxemburgischen Ökosystems für Nachhaltigkeitsförderer.
- Entdecken Sie auch unsere Broschüre mit den staatlichen Beihilfen zur Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen.
Unterstützung beim Einstieg
In Luxemburg gibt es mehrere Instrumente und Anlaufstellen, die Unternehmen bei der Dekarbonisierung sowie der Finanzierung von Projekten, der Anschaffung von Ausrüstung oder bei Energieaudits unterstützen.
Die Chambre des Métiers kann Ihnen eine Orientierung in folgende Richtungen geben:
- Fördermittel für die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, insbesondere über das „Klimaprogramm Handwierk“, eine Initiative der Handwerkskammer (Partner des Programms „Klima Pakt fir Betriber“), die allgemeine Informationen zur Dekarbonisierung von Unternehmen bereitstellt;
- Programme für technische Beratung und Audits (Experten und Berater);
- Schulungen und Informationsveranstaltungen für Ihr Team.
Über das vom „KlimaPakt fir Betriber “ bereitgestellte Online-Tool können Sie die bestehenden Maßnahmen zur Unterstützung Ihres Unternehmens entdecken (kreuzen Sie „Handwerk“ in der linken Spalte an). Sie können sich auch von den zur Verfügung gestellten Fallbeispielen inspirieren lassen.
Der Service eHandwierk und die Berater der Chambre des Métiers [CDM – Sustainable Handwierk Home / Link] stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung, um sie über die für Sie am besten geeigneten Maßnahmen zu informieren.
Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen
Kälteanlagen sind für bestimmte Handwerksbetriebe unverzichtbar. Oft müssen sie rund um die Uhr in Betrieb sein, was zu einem hohen Energieverbrauch führt. Die Sanierung oder der Austausch dieser Systeme kann eine erhebliche Investition darstellen, insbesondere für kleine Betriebe.
Angesichts des Klimawandels und steigender Temperaturen dürfte der Bedarf an Kühlung und Klimatisierung in vielen Branchen zunehmen. Diese Entwicklung verstärkt das Interesse an Investitionen in leistungsstarke, richtig dimensionierte und energieeffiziente Anlagen.
Neue Technologien erfordern spezifische technische Kompetenzen, sowohl bei der Installation als auch bei der Wartung, was in der Regel den Einsatz eines spezialisierten Kältetechnikers erfordert. Die Umweltvorschriften für Kältemittel ändern sich zudem regelmäßig, was Fachleute dazu zwingt, ihre Anlagen anzupassen.
Trotz dieser Herausforderungen besteht die Hoffnung, dass langfristig die Kombination aus effizienteren Technologien, umweltfreundlicheren Kältemitteln und intelligenten Steuerungssystemen (gegebenenfalls in Verbindung mit Wärmerückgewinnung) es Handwerksbetrieben ermöglichen wird, Arbeitskomfort, Produktqualität und geringere Umweltbelastung in Einklang zu bringen.