Bestimmte Handwerksberufe erfordern einen hohen Einsatz von Maschinen. Sind diese veraltet, können sie durch eine besser geeignete und energieeffizientere technische Ausrüstung ersetzt werden. Ebenso können bestimmte Prozesse, die bislang mit fossilen Brennstoffen betrieben wurden, modernisiert werden, um eine bessere Energieeffizienz zu erreichen.

Prozessoptimierung und Maschinenmodernisierung

In vielen Handwerksbetrieben machen Maschinen und Produktionsanlagen einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs aus. Schneidwerkzeuge, Druckluftsysteme, Öfen usw. sind im Arbeitsalltag unverzichtbar, doch ihre Energieeffizienz ist nicht immer optimal. Dies gilt in manchen Unternehmen auch für Fördertechnik, deren Modernisierung durch den Einsatz von Elektrostaplern erfolgen kann, sofern die Einsatzbedingungen dies zulassen.

Ebenso kann die Optimierung bestimmter Prozesse die Effizienz steigern und den CO₂-Fußabdruck Ihres Unternehmens verringern. Die Wärmerückgewinnung sowie die Erkennung möglicher Druckluftleckagen gehören zu den Maßnahmen, die zur Prozessverbesserung umgesetzt werden können.

Das Einsparpotenzial lässt sich in diesem Zusammenhang nur schwer beziffern, da je nach den Gegebenheiten des jeweiligen Handwerksbetriebs unterschiedliche Optimierungssysteme zum Einsatz kommen können. Die Energieeinsparungen sind jedoch real und können in bestimmten Fällen bis zu 30 % betragen, wie weiter unten erläutert wird (siehe „Einige konkrete Beispiele“).

Vorteile und Grenzen der Prozessoptimierung und des Maschinenaustauschs

Die Vorteile sind vielfältig:

  • Energieeinsparungen und finanzielle Gewinne.
  • Verlängerung der Lebensdauer der Werkzeuge.
  • Optimierung und Verbesserung der Prozessgenauigkeit, geringerer Wartungsaufwand.
  • Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Die Einschränkungen dieses Modernisierungsansatzes liegen hauptsächlich in den Anschaffungskosten der Anlagen sowie in möglichen Fehlkonfigurationen und -dimensionierungen. Um solche Nachteile zu vermeiden und das Einsparpotenzial dieser Maßnahmen voll auszuschöpfen, wird eine vorherige Energieanalyse dringend empfohlen.

Sind Prozessoptimierung und der Austausch von Maschinen für mein Unternehmen empfehlenswert?

Die Verbesserung von Prozessen und Technologie mit Blick auf Maschinen ist für zahlreiche Handwerksbetrieb empfehlenswert, insbesondere für solche, in denen die Anlagen mehrere Stunden am Tag oder sogar im Dauerbetrieb laufen.

  • Tischlereien, Schreinereien usw. (Holzberufe): Sägen, Hobelmaschinen, Kompressoren, Schneidemaschinen usw.
  • Mechanische Werkstätten und Karosseriebetriebe: Einsatz von Druckluft, Lackierkabinen usw.
  • Bäckereien, Metzgereien, Konditoreien, Feinkostbetriebe usw. (Lebensmittelgewerbe): Öfen, Kühlräume usw.
  • Wäschereien, Reinigungsbetriebe oder Friseursalons: Maschinen, die Wärme und Warmwasser benötigen.
  • Allgemeiner gesagt: jede Werkstatt, die mit Motoren, Kompressoren oder Heizgeräten ausgestattet ist.

Ein gutes Beispiel für ein Gerät, die Bäckereien Energieeinsparungen ermöglichen, ist der Elektrobackofen. Einige in Luxemburg entwickelte Modelle sind mit einem integrierten Wärmerückgewinner und Wänden aus feuerfestem Stein ausgestattet.

Maßnahmen zur Prozess- und Maschinenoptimierung

Die Optimierung von Prozessen und/oder der Austausch alter Maschinen durch neue, effizientere Maschinen variiert je nach:

  • Art der Tätigkeit;
  • Größe des Unternehmens;
  • Zustand des bestehenden Maschinenparks (Wartungsgrad, Betriebsbedingungen);
  • den eingesetzten Verfahren;
  • den eingesetzten Technologien;
  • der Nutzungshäufigkeit der betreffenden Maschinen.

Eine erste Analyse des Energiebedarfs und der Betriebszeiten ermöglicht es oft, die relevanten Ansatzpunkte für Maßnahmen zu identifizieren. In manchen Werkstätten reichen einfache Maßnahmen aus, um die Energieeffizienz zu verbessern. Hierzu zählen z.B. das Abschalten von Maschinen im Stillstand, die Reduzierung von Druckluftleckagen, die regelmäßige Wartung oder der schrittweise Austausch veralteter Motoren.

Einige konkrete Beispiele

  • In einer mechanischen Werkstatt kann der Austausch einer mit einem Drehstrom-Asynchronmotor betriebenen Presse, Biegemaschine oder hydraulischen Abkantpresse durch eine gleichwertige Technologie mit Servomotor zu einer Senkung des Energieverbrauchs um mehr als 30 % führen.
  • In einer Werkstatt, in der CNC-gesteuerte Werkzeugmaschinen zum Einsatz kommen, ermöglicht der Einsatz dynamischer Regelsysteme die Anpassung der Betriebsparameter der Werkzeugmaschinen in Echtzeit. Dies führt zu einer Optimierung der Leistung; die Installation dieser Technologie kann den Stromverbrauch erheblich senken.
  • In einer Lackierkabine ermöglicht der Einbau eines Plattenwärmetauschers im Abluftkreislauf zur Vorwärmung der Frischluft eine erhebliche Senkung des Energieverbrauchs für die Erwärmung dieser Luft.
  • Für Handwerksbetriebe mit regelmäßigem Transportbedarf kann der Austausch eines Verbrennungsstaplers durch einen Elektrostapler eine interessante Option darstellen. Diese Art von Ausrüstung ermöglicht insbesondere eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs, eine Verringerung des Lärms und eine Begrenzung der Betriebskosten, insbesondere bei der Nutzung in Innenräumen.

Aktionsplan für eine erfolgreiche Prozessoptimierung oder Maschinenerneuerung

Wenden Sie sich in jedem Fall an die Chambre des Métiérs, ehe Sie Maßnahmen zur Verbesserung von Maschinen und Prozessen einleiten. Möglicherweise haben Sie Anspruch auf staatliche Fördermittel, die unbedingt beantragt werden müssen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten.

  1. Bestandsaufnahme und Vorstudie
  • Analyse der Energiesituation: Energieverbrauch bewerten, Verbrauchsdaten auswerten, Bestandsaufnahme der Maschinen (Alter, Leistung, Betriebsstunden usw.) usw.
  • Verlustquellen ermitteln und Prioritäten festlegen.
  1. Einholung von Angeboten

Spezialisierte Anbieter konsultieren, um Technologien zu ermitteln, die der Größe und den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.

  1. Bewertung der Amortisation

Die Amortisationsdauer ist der Zeitraum, der erforderlich ist, in dem die Energieeinsparungen die Anschaffungskosten ausgleichen.

Formel: Amortisationszeit (Jahre) = Anschaffungskosten / Jährliche Einsparungen

Der Return on Investment (ROI) misst die Rentabilität eines Projekts, indem er die erzielten Gewinne mit den Anschaffungskosten vergleicht.

Formel: ROI (%) = [(Nettogewinn – Anschaffungskosten) / Anschaffungskosten] × 100

  1. Beantragung von Fördermitteln und Finanzierungen

Ermittlung der in Frage kommenden Fördermittel. Entsprechende Anträge müssen Sie unbedingt stellen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten.

  1. Planung und Umsetzung

Installations- oder Modernisierungsarbeiten planen.

  1. Überwachung und Wartung

Regelmäßige Verbrauchsüberwachung und Wartungsprogramm einführen, um langfristig einen hohen Wirkungsgrad aufrechtzuerhalten.

Beispiele für luxemburgische Unternehmen, die ihre Prozesse verbessert bzw. ihre Maschinen ausgetauscht haben

  • Einsparungen von 7 % des Strombedarfs im ArcelorMittal-Werk in Bissen durch die Reduzierung eines Teils der Druckluftverluste.

Entdecken Sie die entsprechende Fallstudie auf der Website des Programms „Klimapakt fir Betrieber“.

Welche Fördermittel stehen mir zur Verfügung, um die Effizienz meiner Maschinen und Prozesse zu verbessern?

Der luxemburgische Staat bietet finanzielle Fördermittel an, um die Optimierung von Maschinen und Prozessen zu fördern.

  • Das Programm SME Packages – Sustainability bietet kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung und finanzielle Hilfe für nachhaltige Investitionen in Höhe von 3.000 € bis zu 25.000 € (ohne MwSt.).
  • Investitionsbeihilfe zum Umweltschutz
  • Unternehmen, die ein Projekt zur ökologischen und energetischen Wende durchführen, können eine Steuervergünstigung in Anspruch nehmen. Diese richtet sich nach den im Rahmen eines Projekts zur ökologischen und Energiewende getätigten Investitionen und Betriebsausgaben.
  • Fit4 Sustainability oder Umweltstudie zur Durchführung einer technisch-wirtschaftlichen Analyse.
  • Verschiedene Förderprogramme der Stromversorger, wie beispielsweise das Programm „enoprimes“, sind mit staatlichen Beihilfen kumulierbar.
  • Luxinnovation begleitet Unternehmen im Rahmen der Investitionsförderung für den Umweltschutz sowie bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Entdecken Sie auch die von Luxinnovation entwickelte Übersicht über Akteure im Bereich Nachhaltigkeit: eine Übersicht des luxemburgischen Ökosystems für Nachhaltigkeitsförderer.
  • Entdecken Sie auch unsere Broschüre mit den staatlichen Beihilfen zur Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen.

Unterstützung beim Einstieg

In Luxemburg gibt es mehrere Instrumente und Anlaufstellen, die Unternehmen bei der Dekarbonisierung sowie der Finanzierung von Projekten, der Anschaffung von Ausrüstung oder bei Energieaudits unterstützen.

Die Chambre des Métiers kann Ihnen eine Orientierung in folgende Richtungen geben:

  • Fördermittel für die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, insbesondere über das „Klimaprogramm Handwierk“, eine Initiative der Chambre des Métiers (Partner des Programms „Klima Pakt fir Betriber“), die allgemeine Informationen zur Dekarbonisierung von Unternehmen bereitstellt;
  • Programme für technische Beratung und Audits (Experten und Berater);
  • Schulungen und Informationsveranstaltungen für Ihr Team.

Über das vom KlimaPakt fir Betriber “ bereitgestellte Online-Tool können Sie die bestehenden Maßnahmen zur Unterstützung Ihres Unternehmens entdecken (kreuzen Sie „Handwerk“ in der linken Spalte an). Sie können sich auch von den zur Verfügung gestellten Fallbeispielen inspirieren lassen.

Der Service eHandwierk und die Berater der Chambre des Métiers [CDM – Sustainable Handwierk Home / Link] stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung, um sie über die für Sie am besten geeigneten Maßnahmen zu informieren.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen

Im Jahr 2022 wurden bei 74 % der Produktionsprozesse im Handwerk noch fossile Energieträger genutzt.

Um eines der ehrgeizigen Ziele des Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplans (PNEC) zu erreichen, nämlich die Emissionen bis 2030 um 55 % zu senken, ist die Optimierung von Produktionsprozessen und Maschinen ein interessanter Ansatz. Trotz der bereits erzielten Fortschritte stehen Handwerksbetriebe noch vor mehreren Herausforderungen, um die Energieeffizienz ihrer Maschinen und Prozesse zu verbessern. Die anfänglichen Investitionskosten, Zeitmangel oder fehlendes technisches Fachwissen können den Übergang zur Umsetzung bremsen. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, bietet Luxemburg finanzielle Hilfen und Unterstützung an. In den kommenden Jahren werden die Digitalisierung und die Vernetzung von Maschinen Handwerksbetrieben neue Möglichkeiten bieten, ihren Energieverbrauch genauer nachzuverfolgen und Verluste zu reduzieren. Die schrittweise Elektrifizierung der Prozesse als Ersatz für fossile Energien wird ebenfalls eine Rolle bei der Dekarbonisierung des Sektors spielen.