Heizung und Warmwasser im Handwerk: Lösungen für einen besseren Verbrauch

Heizungen sind einer der größten Energieverbraucher in Handwerksbetrieben. Ob sie die Raumluft erwärmen oder Warmwasser erzeugen, sie tragen wesentlich zum Komfort der Mitarbeiter bei. Mehr noch: Ein funktionierendes Heizsystem ist auch notwendig, um gute Produktionsbedingungen zu gewährleisten.

Für jede Tätigkeit das passende Heizsystem

Die verschiedenen Arten von Handwerksbetrieben erfordern Heiztechniken, die auf die jeweiligen Tätigkeiten des Unternehmens abgestimmt sind (Verwaltungsräume, Produktionshallen, Werkstätten usw.). Im Handwerk gibt es verschiedene Heizsysteme. Dazu zählen Luftheizung, Strahlungsheizung, Infrarotheizung, Deckenstrahlplatten, Flächenheizung, Fußbodenheizung usw. Erfahren Sie mehr auf der Website der Chambre des Métiers.

Derzeit kommt man häufig zu dem Schluss, dass bestimmte Heizungsanlagen veraltet, überdimensioniert oder sogar defekt sind. Dies führt zu einer vermeidbaren Energieverschwendung. Energiesparmaßnahmen können daher durch die Optimierung der bestehenden Anlage oder, falls erforderlich, durch die Entscheidung für eine neue Anlage umgesetzt werden.

Welche Einsparpotenziale gibt es?

Die jährlich erzielbaren Einsparungen lassen sich anhand des Bedarfs an Warmwasser und Heizung sowie anhand der Gebäudeeigenschaften und der Leistung Ihrer derzeitigen Heizungsanlage berechnen.

Beispielsweise kann ein Brennwertkessel im Vergleich zu einer alten Anlage 25 % bis 30 % Energie einsparen.

Gut zu wissen: Eine Senkung der Raumtemperatur um 1 °C reduziert den jährlichen Heizverbrauch um etwa 8 %.

Welche Heizungsart eignet sich am besten für mein Unternehmen?

Besonderheiten der Beheizung von Hallen und Werkstätten

In Hallen und Werkstätten bestehen spezifische Anforderungen an die Heizung. Bei großen, offenen Räumen und hohen Decken ist es beispielsweise notwendig, ein energieeffizientes Heizsystem zu installieren, um die Arbeitsbereiche in der richtigen Höhe zu beheizen.

 

Wärmerückgewinnung in Betracht ziehen

Für manche Handwerkbetriebe ist die Installation eines Wärmerückgewinnungssystems eine besonders geeignete Lösung.

Hier einige konkrete Beispiele:

  • Bäckerei: Die Abwärme wird aus den Ofenabgasen mittels eines Wärmetauschers zur Beheizung des Ladenbereichs und zur Warmwasserbereitung zurückgewonnen.

Weitere Informationen finden Sie hier

  • Metzgerei: Die von den Kondensatoren der Kühlaggregate erzeugte Wärme zur Vorwärmung des Brauchwassers wird zurückgewonnen.

Weitere Informationen finden Sie hier

  • Mechanische Werkstätten: Wärme wird aus der Absaugung der Lackierkabinen zurückgewonnen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Die Vorteile einer leistungsstarken Heizungsanlage

  • Senkung der Energiekosten: Ein modernes und richtig dimensioniertes Heizsystem ermöglicht es, den Energieverbrauch zu begrenzen.
  • Verbesserung des Komforts und der Arbeitsbedingungen: Die Gebäudenutzer profitieren von einer angemessenen, gleichmäßigen und angenehmen Temperatur.
  • Umweltschutz: Weniger Energieverbrauch bedeutet auch weniger CO₂-Emissionen in die Atmosphäre. Zudem benötigen moderne Systeme wie Wärmepumpen, die Umgebungswärme und Strom nutzen, oder Biomasseanlagen keine fossilen Brennstoffe zur Wärmeerzeugung.

In Luxemburg legt der integrierte nationale Energie- und Klimaplan (PNEC) Klima- und Energieziele bis zum Jahr 2030 fest. Langfristiges Ziel ist es, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Der PNEC sieht insbesondere eine CO₂-Steuer auf fossile Brennstoffe vor (45 €/t CO₂im Jahr 2026).

 

Wie können Sie Ihr Heizsystem optimieren?

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, mit denen der Energieverbrauch bei der Beheizung von Hallen und Werkstätten gesenkt werden kann :

  • Passen Sie die Betriebszeiten an die Nutzungszeiten der Räumlichkeiten an.
  • Überprüfen Sie, ob die Temperaturen entsprechend dem aktuellen Bedarf richtig eingestellt sind.
  • Installieren Sie ein Wärmerückgewinnungssystem für die Lüftung.
  • Minimieren Sie Wärmeverluste, z. B. durch Verkürzung der Öffnungszeiten von Fenstern und Toren während der Heiz- oder Kühlsaison.
  • Installieren Sie intelligente Thermostate, um die Temperaturen einfach zu regeln.
  • Isolieren Sie Heizungsrohre außerhalb der beheizten Bereiche und der Deckenbereiche.
  • Stellen Sie sicher, dass die Thermostate ordnungsgemäß funktionieren.
  • Verschließen und isolieren Sie nicht genutzte und funktionale Öffnungen im Gebäude.
  • Überprüfen und ersetzen Sie Dichtungen (an Türen, Toren).
  • Trennen Sie Lagerbereiche von Arbeitsbereichen und senken Sie die Temperatur in den Lagerbereichen.

In bestimmten Fällen reichen Optimierungsmaßnahmen nicht aus und die Anlage muss komplett ausgetauscht werden. Dies ist der Fall, wenn der Heizkessel oder das bestehende Heizsystem veraltet, ineffizient oder energieintensiv ist. In diesem Fall muss der Wärmebedarf des Gebäudes raumweise gemäß der Norm DIN EN 12831 oder bei der Wiederverwendung alter Strukturen nach der Optimus-Methode berechnet werden.

Für den Warmwasserbedarf können Solarthermie-Kollektoren eine interessante ergänzende Lösung darstellen. Sie ermöglichen es, einen Teil des Warmwassers aus einer erneuerbaren Energiequelle vorzuwärmen oder zu erzeugen und so den Energieverbrauch des Unternehmens zu senken.

Aktionsplan für ein optimales Heizsystem

Wenden Sie sich in jedem Fall an die Chambre des Métiers, ehe Sie Maßnahmen zur Installation einer Heizungsanlage ergreifen. Möglicherweise haben Sie Anspruch auf staatliche Fördermittel, die unbedingt beantragt werden müssen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten!

  1. Bestandsaufnahme und Voranalyse
  • Wärmebedarf ermitteln.
  • Ausgangssituation und Parameter der bestehenden Anlage analysieren und ermitteln.
  • Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung analysieren.
  1. Einholung von Angeboten
  • Beauftragung eines Fachmanns, um die gesamte Anlage je nach Bedarf zu verbessern und gegebenenfalls zu ersetzen.
  • Vorteile einer Kaskadenanlage prüfen.
  • Geeignete Heizungslösung ermitteln und Machbarkeit des Projekts überprüfen.
  1. Bewertung der Amortisierung

Legen Sie mit Hilfe eines Experten die ideale Lösung für die Wärmeerzeugung und -verteilung fest.

  1. Beantragung von Fördermitteln und Finanzierungen

Ermittlung der in Frage kommenden Fördermittel. Entsprechende Anträge müssen Sie unbedingt stellen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten.

  1. Planung, Inbetriebnahme und Systemeinstellungen
  • Planung der Maßnahmen nach Bereichen und in kleinen Zeitfenstern, um den laufenden Betrieb nicht zu behindern.
  • Umsetzung der erforderlichen Anpassungen und Systemeinstellungen bei Inbetriebnahme.
  • Erläuterung der neuen Arbeitsabläufe für Ihr Team.
  1. Überwachung und Wartung
  • Regelmäßige Überprüfung der Leistung des Systems und Schulung des Teams, um Anomalien und Verschwendung zu erkennen.
  • Einführung einer Strategie zur kontinuierlichen Verbesserung, die sich an der Weiterentwicklung der Werkstatt orientiert.

Beispiele luxemburgischer Betriebe, die sich für eine leistungsstarke und umweltfreundliche Heizung entschieden haben

Hotel Belle Vue in Vianden: Holzheizkessel, Sonnenkollektoren und Wärmerückgewinnung

Entdecken Sie diese Fallstudie auf der Website des Programms „Klimapakt fir Betrieber“.

Welche Fördermittel stehen mir zur Verfügung, um mein Heizsystem zu verbessern?

Der luxemburgische Staat bietet finanzielle Fördermittel an, um Unternehmen bei der besseren Nutzung ihres Heizsystems zu unterstützen.

  • Das Programm SME Packages – Sustainability bietet kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung und finanzielle Hilfe für nachhaltige Investitionen in Höhe von 3.000 € bis zu 25.000 € (ohne MwSt.).
  • Investitionsbeihilfe zum Umweltschutz
  • Unternehmen, die ein Projekt zur ökologischen und energetischen Wende durchführen, können eine Steuervergünstigung in Anspruch nehmen. Diese richtet sich nach den im Rahmen eines Projekts zur ökologischen und Energiewende getätigten Investitionen und Betriebsausgaben.
  • Fit4 Sustainability oder Umweltstudie zur Durchführung einer technisch-wirtschaftlichen Analyse.
  • Verschiedene Förderprogramme der Stromversorger, wie beispielsweise das Programm „enoprimes“, sind mit staatlichen Beihilfen kumulierbar.
  • Luxinnovation begleitet Unternehmen im Rahmen der Investitionsförderung für den Umweltschutz sowie bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Entdecken Sie auch die von Luxinnovation entwickelte Übersicht über Akteure im Bereich Nachhaltigkeit: eine Übersicht des luxemburgischen Ökosystems für Nachhaltigkeitsförderer.
  • Entdecken Sie auch unsere Broschüre mit den staatlichen Beihilfen zur Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen.

Unterstützung beim Einstieg

In Luxemburg gibt es mehrere Instrumente und Anlaufstellen, die Unternehmen bei der Dekarbonisierung sowie der Finanzierung von Projekten, der Anschaffung von Ausrüstung oder bei Energieaudits unterstützen.

Die Chambre des Métiers kann Ihnen eine Orientierung in folgende Richtungen geben:

  • Fördermittel für die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, insbesondere über das „Klimaprogramm Handwierk“, eine Initiative der Handwerkskammer (Partner des Programms „Klima Pakt fir Betriber“), die allgemeine Informationen zur Dekarbonisierung von Unternehmen bereitstellt;
  • Programme für technische Beratung und Audits (Experten und Berater);
  • Schulungen und Informationsveranstaltungen für Ihr Team.

Über das vom KlimaPakt fir Betriber “ bereitgestellte Online-Tool können Sie die bestehenden Maßnahmen zur Unterstützung Ihres Unternehmens entdecken (kreuzen Sie „Handwerk“ in der linken Spalte an). Sie können sich auch von den zur Verfügung gestellten Fallbeispielen inspirieren lassen.

Der Service eHandwierk und die Berater der Chambre des Métiers [CDM – Sustainable Handwierk Home / Link] stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung, um sie über die für Sie am besten geeigneten Maßnahmen zu informieren.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen

Die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden bleibt ein wesentlicher Hebel, um die Treibhausgasemissionen zu senken und die im Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplan Luxemburgs (PNEC) für 2021–2030 festgelegten Ziele zu erreichen. Für das Handwerk bedeutet die Energiewende insbesondere eine Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energien, deren Preisvolatilität eine große Herausforderung darstellt.

Der Austausch alter Heizungssysteme durch Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen, ist dabei eine vorrangige Lösung. Vor allem Wärmepumpen bieten einen doppelten Vorteil: Sie tragen zum einen zur Dekarbonisierung der Gebäude bei und ermöglichen zum anderen eine Senkung des Endenergieverbrauchs im Einklang mit den nationalen Zielen.

In den kommenden Jahren sollten wir in Luxemburg auf eine schrittweise Senkung des Wärmeverbrauchs hinarbeiten, aufbauend auf gezielten Maßnahmen wie der energetischen Sanierung von Wohngebäuden, der Reduzierung des Gasverbrauchs oder der Stärkung freiwilliger Vereinbarungen mit der Industrie.

Darüber hinaus entwickelt sich die Geothermie derzeit zu einer vielversprechenden Technologie, um die Dekarbonisierung des Handwerks voranzutreiben. Diese Entwicklungen zeichnen eine Zukunft, in der das Handwerk von nachhaltigeren, effizienteren und widerstandsfähigeren Heizsystemen profitieren kann, die den energiepolitischen Herausforderungen genügen.