Lichtnutzung: schnelle Einsparungen

In den meisten Werkstätten und Handwerksbetrieben sowie in Unternehmen mit Verkaufsräumen, wie Geschäften oder Friseursalons, ist die Beleuchtung nach wie vor ein bedeutender Energieverbraucher. Der Austausch alter Leuchten durch leistungsstarke LEDs kann relativ schnell zu Energie- und Kosteneinsparungen führen. Europäische Vorschriften beschleunigen zudem beispielsweise das Auslaufen quecksilberhaltiger Leuchtstofflampen, wodurch der Einsatz von LED-Systemen unumgänglich wird.

Beleuchtung in Unternehmen: ein oft unterschätzter Energiekostenfaktor

In den Werkstätten und Räumlichkeiten luxemburgischer Handwerksbetriebe findet man nach wie vor überwiegend in Reihen angeordnete Leuchtstoffröhren. Unter den hohen Decken einiger Hallen stammt das Licht noch immer von Hängeleuchten, die mit HQL-Lampen (Hochdruck-Quecksilber-Lampen) ausgestattet sind.

Die Beleuchtung macht etwa 20 bis 35 % des Stromverbrauchs in Nutzgebäuden aus. In mechanischen Werkstätten oder Friseursalons beispielsweise kann sich dieser Posten auf bis zu 25 % der Stromrechnung belaufen . Was den Gesamtenergieverbrauch eines Gebäudes (Heizung, Kühlung und Strom) betrifft, so macht die Beleuchtung etwa 10 % aus .

Unmittelbare Energie- und Kosteneinsparungen sowie verbesserter Arbeitskomfort

Die Modernisierung der Beleuchtungsanlage und die Umstellung auf effizientere Betriebsverfahren ermöglichen sofortige Einsparungen, die bereits auf der nächsten Rechnung sichtbar und leicht messbar sind. Je nach umgesetztem Projekt können zwischen 20 und 80 % des Stromverbrauchs für die Beleuchtung eingespart werden.

Umstieg auf LED für schnelle Einsparungen

Die LED-Technologie (Leuchtdioden) bietet heute eine deutlich höhere Effizienz als Leuchtstofflampen, eine bessere Dimmbarkeit und eine längere Lebensdauer.

Die Umstellung auf LED-Leuchten ermöglicht es:

  • die installierte Leistung sofort zu reduzieren,
  • die Wartungskosten zu senken,
  • die Leistungsstabilität über die Zeit zu verbessern.

Darüber hinaus gibt es weitere Maßnahmen (siehe unten), um die Beleuchtung zu verbessern, ohne die gesamte Anlage durch LED-Leuchten ersetzen zu müssen. Dazu zählt beispielsweise die Installation eines intelligenten Steuerungssystems zur Reduzierung der Betriebsstunden.

Verbesserung des Sehkomforts

Eine gut durchdachte Beleuchtung verbessert zudem das Wohlbefinden und die Effizienz der Teams. Die Augenbelastung wird verringert, die Konzentration gesteigert und die Sicherheit beim Bewegen in Durchgangsbereichen erhöht.

In Luxemburg entsprechen solche Lichtquellen den von der Inspection du Travail et des Mines vorgeschriebenen Beleuchtungsstärken am Arbeitsplatz (Vorschrift ITM-CL 55.2). Gleichzeitig vermeiden Sie durch eine bedarfsgerechte Einstellung einen übermäßigen Energieverbrauch.

Konformität und regulatorische Entwicklungen

Der Austausch alter Technologien steht auch im Einklang mit Anforderungen auf europäischer Ebene. Dazu zählen umfassende Beschränkungen für die Markteinführung von Leuchtstofflampen (RoHS) sowie eine Neugewichtung der Energieeffizienzklassen (A–G) im Sinne übersichtlicherer und leistungsfähigerer Angebote.

Die Nachrüstung bietet zudem die Gelegenheit, Leuchten zu integrieren, die mit Steuerungssystemen kompatibel sind (DALI/1–10 V, integrierte Sensoren), und die Entsorgung quecksilberhaltiger Leuchtmittel über die in Luxemburg zugelassenen Sammelstellen zu organisieren. Auf diese Weise minimiert das Unternehmen das Risiko von Verstößen gegen Vorschriften, schafft einen nachhaltigen Bestand und bereitet dank intelligenter Steuerung nachhaltige Einsparungen vor.

Maßnahmen zur Verbesserung der Beleuchtung im Unternehmen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Beleuchtung zu verbessern und so Ihren Energieverbrauch zu senken, sei es durch die Optimierung der bestehenden Anlage oder durch den Austausch veralteter Technologien durch neue Lösungen.

Maßnahme

Rentabilität und Relevanz

Energieeinsparungen

Anmerkung

Bewegungsmelder in wenig frequentierten Räumen

Immer

20–80 %

Einsparungen je nach Raumnutzung

Lichtsteuerung verbessern: Reflektoren hinzufügen

Für Räume mit hoher Deckenhöhe

30–50 %

Je nach Raumnutzung

Zeitschaltuhren

Gelegentlich

20–80 %

Je nach Raumnutzung

Wände und Decke weiß streichen

Bei Renovierung

Bis zu 50 %

Je nach aktuellem Zustand

Die Höhe der Leuchten reduzieren

Bei hohen Räumen

> 20 %

Je nach Raumhöhe

Elektronische Vorschaltgeräte installieren

immer

20–25 %

Die Leuchtstofflampe hält länger, die Lichtintensität kann nun reduziert werden

Tageslichtsensoren mit Dimmer installieren

immer

10–30 %

Je nach Größe des Raums und der Fenster

Glüh- oder Halogenlampen durch LED-Lampen ersetzen

in der Regel

60–80 %

Beachten Sie den LED-Lampentest

Weitere einfach umzusetzende Maßnahmen, die helfen Kosten zu sparen:

  • Eine regelmäßige Reinigung der Beleuchtungsanlage gewährleistet einen optimalen Betrieb, insbesondere in Unternehmen, in denen die Tätigkeiten viel Staub verursachen.
  • Durch die Programmierung der Beleuchtung lässt sich der Betrieb an die tatsächlichen Nutzungszeiten anpassen. So wird Vergesslichkeit vermieden, die richtigen Einstellungen werden als Standard festgelegt und regelmäßige Einsparungen sichergestellt.
  • Die Nutzung von Tageslicht durch freie Fensterfronten, helle Oberflächen und, wenn möglich, die Kombination von Leuchten mit Helligkeitssensoren reduziert direkt den Einsatz von Kunstlicht und verbessert gleichzeitig das visuelle Wohlbefinden.

Aktionsplan zur Verbesserung der Energieeffizienz der Beleuchtung

Wenden Sie sich an die Chambre des Métiers, bevor Sie Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Beleuchtungsanlage im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit einleiten. Möglicherweise haben Sie Anspruch auf staatliche Fördermittel, die unbedingt beantragt werden müssen, ehe Sie einen Auftrag unterschreiben oder eine Anzahlung leisten!

  1. Bestandsaufnahme und Vorstudie
  • Analyse der Beleuchtungssituation im Innen- und Außenbereich: Ermittlung der Stellen, an denen Lichtquellen fehlen, und der Stellen, an denen Tageslicht genutzt werden kann.
  • Überprüfung der Lampen, die unnötigerweise eingeschaltet bleiben.
  • Bestandsaufnahme der vorhandenen Ausstattung.
  • Müssen einige Leuchten ausgetauscht oder die gesamte Anlage neu konzipiert werden?
  1. Angebotsanfrage

Beauftragung eines Fachmanns, um je nach Bedarf die gesamte Anlage zu überarbeiten und zu ersetzen.

  1. Bewertung der Amortisierung

Die Amortisationsdauer ist der Zeitraum, der erforderlich ist, in dem die Energieeinsparungen die Anschaffungskosten ausgleichen.

  • Formel: Amortisationszeit (Jahre) = Anschaffungskosten / Jährliche Einsparungen

Der Return on Investment (ROI) misst die Rentabilität eines Projekts, indem er die erzielten Gewinne mit den Anschaffungskosten vergleicht.

  • Formel: ROI (%) = [(Nettogewinn – Anschaffungskosten) / Anschaffungskosten] × 100
  1. Beantragung von Fördermitteln und Finanzierungen

Ermittlung der in Frage kommenden Fördermittel. Entsprechende Anträge müssen Sie unbedingt stellen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen oder eine Anzahlung leisten.

  1. Planung, Umsetzung und Einstellungen
  • Planung der Maßnahmen nach Bereichen und in kurzen Zeitfenstern, um den laufenden Betrieb nicht zu behindern.
  • Bei der Inbetriebnahme: Justierung der Bewegungsmelder und, falls vorhanden, der Tageslichtsensoren.
  • Überprüfung der Beleuchtungsstärken: Entsprechen diese den Anforderungen an Sicherheit und Komfort am Arbeitsplatz?
  • Schulung des Teams in Bezug auf die neuen Arbeitsabläufe.
  1. Überwachung und Wartung
  • Ein oder mehrere Monate später: Vergleich der Rechnung/der Abrechnungen mit den Eindrücken des Teams.
  • Planung einer jährlichen Reinigung und einer regelmäßigen Überprüfung der Zeitpläne/Sensoren zur Optimierung der langfristigen Effizienz.
  • Sortierung und Sammlung gebrauchter (Leuchtstoff-)Röhren über geeignete Kanäle.

Beispiele für luxemburgische Unternehmen, welche die Beleuchtungseffizienz in ihren Werkstätten bereits verbessert haben

Die Garage Binsfeld in Schifflange hat die gesamte Beleuchtung der Werkstatt auf LED-Technologie umgestellt

Die neuen Leuchten passen sich dem Tageslicht an und reagieren auf Bewegungen. Dies ermöglicht eine Einsparung von etwa 12.000 kWh Strom pro Jahr und verbessert gleichzeitig die Beleuchtungsqualität für die Mitarbeiter. Darüber hinaus ist die Investition nach etwa 5 Jahren amortisiert.

Sehen Sie sich auch das Beispiel auf unserem Video an

Die Schreinerei Arnold Becker hat alle ihre Leuchtstoffröhren durch LED-Leuchten ersetzt

Entdecken Sie diese Fallstudie auf der Website des Programms „Klimapakt fir Betriber“.

Die Universität Luxemburg mobilisiert ihre Community, um Strom zu sparen

Entdecken Sie diese Fallstudie auf der Website des Programms „Klimapakt fir Betriber“.

 

Welche Fördermittel stehen mir zur Verfügung, um die Energieeffizienz meiner Beleuchtung zu verbessern?

Der luxemburgische Staat bietet finanzielle Förderungen für die Verbesserung der Energieeffizienz der Beleuchtung an.

  • Das Programm SME Packages – Sustainability bietet kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung und finanzielle Hilfe für nachhaltige Investitionen in Höhe von 3.000 € bis zu 25.000 € (ohne MwSt.).
  • Investitionsbeihilfe zum Umweltschutz
  • Unternehmen, die ein Projekt zur ökologischen und energetischen Wende durchführen, können eine Steuervergünstigung in Anspruch nehmen. Diese richtet sich nach den im Rahmen eines Projekts zur ökologischen und Energiewende getätigten Investitionen und Betriebsausgaben.
  • Fit4 Sustainability oder Umweltstudie zur Durchführung einer technisch-wirtschaftlichen Analyse.
  • Verschiedene Förderprogramme der Stromversorger, wie beispielsweise das Programm „enoprimes“, sind mit staatlichen Beihilfen kumulierbar.
  • Entdecken Sie auch unsere Broschüre mit den staatlichen Beihilfen zur Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen.

Unterstützung beim Einstieg

In Luxemburg gibt es mehrere Instrumente und Anlaufstellen, die Unternehmen bei der Dekarbonisierung sowie der Finanzierung von Projekten, der Anschaffung von Ausrüstung oder bei Energieaudits unterstützen.

Die Chambre des Métiers kann Ihnen eine Orientierung in folgende Richtungen geben:

  • Fördermittel für die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, insbesondere über das „Klimaprogramm Handwierk“, eine Initiative der Handwerkskammer (Partner des Programms „Klima Pakt fir Betriber“), die allgemeine Informationen zur Dekarbonisierung von Unternehmen bereitstellt;
  • Programme für technische Beratung und Audits (Experten und Berater);
  • Schulungen und Informationsveranstaltungen für Ihr Team.

Über das vom KlimaPakt fir Betriber “ bereitgestellte Online-Tool können Sie die bestehenden Maßnahmen zur Unterstützung Ihres Unternehmens entdecken (kreuzen Sie „Handwerk“ in der linken Spalte an). Sie können sich auch von den zur Verfügung gestellten Fallbeispielen inspirieren lassen.

Luxinnovation begleitet Unternehmen im Rahmen der Investitionsförderung für den Umweltschutz sowie bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Entdecken Sie auch die von Luxinnovation entwickelte Übersicht über Akteure im Bereich Nachhaltigkeit: eine Übersicht des luxemburgischen Ökosystems für Nachhaltigkeitsförderer.

Der Service eHandwierk und die Berater der Chambre des Métiers [CDM – Sustainable Handwierk Home / Link] stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung, um Sie über die für Sie am besten geeigneten Maßnahmen zu informieren.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen

Energieeffizienz im Bereich Beleuchtung beschränkt sich nicht auf den simplen Austausch von Lampen. Viel mehr ist sie wesentlicher Bestandteil einer umfassenderen Dynamik der Transformation hin zu intelligenten, energieeffizienten und komfortablen Gebäuden. Technologische Fortschritte ermöglichen immer weitergehende Lösungen: vernetzte Systeme, intelligente Sensoren, Automatisierung, Human Centric Lighting usw.

Trotz dieser Fortschritte ist die intelligente Lichtnutzung auch weiterhin mit einer Vielzahl von Herausforderungen verbunden. Zu diesen gehören: komplexe Planung, Abhängigkeit von Ressourcen und Lieferanten, hohe Anschaffungskosten, Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE) sowie die begrenzte Lebensdauer bestimmter Komponenten.

Diese Einschränkungen werden jedoch durch die energetischen, wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile ausgeglichen. Zukünftige Innovationen wie leistungsfähigere Sensoren oder die IoT-Konnektivität (Internet der Dinge) versprechen eine steigende Effizienz, Kostensenkungen und eine bessere Anpassung an die Bedürfnisse von Handwerksbetrieben.